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FM-Solutionmaker: Gemeinsam Facility Management neu denken

Konzept der Transformation

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Archiv: Konzept der Transformation

Archiv: Konzept der Transformation

Viele Archive in Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen sind historisch gewachsen, papierbasiert, physisch ausgelagert und strukturell veraltet. Gleichzeitig steigt der Bedarf an digitaler Verfügbarkeit, rechtssicherer Dokumentation und vernetzten Informationssystemen. Das „Konzept der Transformation“ im Archivwesen beschreibt den strukturierten Wandel vom passiven Papierlager hin zu einem aktiven, digital integrierten und nutzungsorientierten Archivsystem, das sowohl betriebliche als auch gesetzliche Anforderungen erfüllt. Diese Transformation ist keine reine Digitalisierung – sie ist ein strategischer Veränderungsprozess, der Organisation, Technik, Recht und Kultur gleichermaßen betrifft. Das „Konzept der Transformation“ im Archivbereich ist mehr als ein Digitalisierungsprojekt. Es ist ein tiefgreifender, bereichsübergreifender Umbau der Archivlogik, der Informationen von der statischen Lagerhaltung zur intelligenten, vernetzten und zugriffsorientierten Ressource macht.

Nur mit einer klaren Zieldefinition, strukturierten Vorgehensweise, technischen Integration und organisatorischen Steuerung gelingt die nachhaltige Umwandlung des Archivs in eine moderne Informationsplattform. Das Facility Management, als Hüter der Raum- und Infrastrukturseite, ist ebenso gefragt wie IT, Datenschutz und Organisationsentwicklung. Gemeinsam tragen sie das Archiv von gestern in die digitale Zukunft.

Zielsetzung der Archivtransformation

Archivtransformation

  • Zugriff verbessern: Informationen schneller finden, unabhängig vom Standort

  • Struktur schaffen: Ordnungssysteme und Zugriffskriterien vereinheitlichen

  • Risiken reduzieren: rechtssicher archivieren, Medienbrüche vermeiden

  • Kosten senken: Lagerflächen reduzieren, Verwaltung automatisieren

  • Wert erhalten: relevante Informationen langfristig nutzbar machen

Analyse der Ausgangslage

  • Welche Bestände sind vorhanden? (Menge, Form, Schutzklasse)

  • Wer nutzt das Archiv? Wofür? Wie häufig?

  • Welche rechtlichen Fristen und Formvorgaben bestehen?

  • Welche Systeme existieren bereits (z. B. DMS, CAFM, ERP)?

Zielbild

  • Papierfrei oder hybrid?

  • Welche Inhalte sollen digital zugänglich sein?

  • Welche Workflows sollen unterstützt werden?

  • Welche Nutzerrollen und Zugriffsebenen werden benötigt?

Strategieentwicklung

  • Priorisierung nach Nutzungsfrequenz, Schutzklasse, Fristigkeit

  • Kategorisierung der Bestände: digitalisieren

  • aussortieren

  • dauerhaft lagern

  • Festlegung der digitalen Struktur (z. B. Aktenplan, Metadatenmodell)

Bauliche und infrastrukturelle Dimension

  • Reduktion oder Umnutzung von Archivflächen

  • Neubau / Umbau eines zentralen, digital unterstützten Archivraums

  • Anbindung von Digitalisierungs-Workstations

  • Einführung klimatisierter Langzeitlagerflächen für Schutzklassen

  • Integration in Facility Management / CAFM (Flächenverfolgung, Raumfreigabe)

Organisatorische Umsetzung

  • Aufbau eines interdisziplinären Projektteams (Archiv, FM, IT, Datenschutz, Fachbereiche)

  • Projektstruktur (Pilotbereiche, Rollout)

  • Definition von Rollen: z. B. Digitalisierungsverantwortlicher, Metadatenpflege, Aktenverantwortliche

  • Kommunikation im Haus (Nutzerbeteiligung, Schulung, Informationskampagne)

Digitalisierung als Transformationsinstrument

  • Einsatz automatisierter Scansysteme mit OCR

  • Erfassung von Metadaten (z. B. Aktenzeichen, Datum, Fristen, Schutzklasse)

  • Integration ins DMS / ERP / CAFM-System

  • Aufbau eines digitalen Langzeitarchivs (GoBD, DSGVO, Revisionssicherheit)

Governance und rechtliche Anforderungen

  • Einhaltung gesetzlicher Vorgaben (AO, HGB, DSGVO, VwV)

  • Schutzklassen und Löschfristen definieren

  • Nachvollziehbarkeit aller Bearbeitungsschritte (Audit-Trail)

  • Protokollierte Übergabe vom Papieroriginal in das digitale System

  • Schulungs- und Zugriffskonzepte für Mitarbeitende und Externe

Monitoring und Erfolgskontrolle

KPI

Bedeutung

Digitalisierungsquote

Anteil der bereits digital verfügbaren Bestände

Zugriffsdauer

Zeit bis zum Aktenfund (analog vs. digital)

Reduzierte Lagerfläche

Flächeneffizienz nach Archivumzug

Anzahl Dubletten / Medienbrüche

Indikator für Konsistenz der Struktur

Nutzerzufriedenheit

messbar durch Umfragen oder Helpdesk-Daten

Herausforderungen

  • Akzeptanz bei Mitarbeitenden („Papier ist sicherer“)

  • Technikaffinität bei dezentralen Nutzern

  • Aufwand für Migration heterogener Altbestände

  • Fehlende Systemstandards bei Bestandsakten

  • Gleichzeitigkeit von Betrieb und Transformation