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FM-Solutionmaker: Gemeinsam Facility Management neu denken

Überlastung im Kontext der Transformation entgegenwirken

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Strategien zur nachhaltigen Entlastung von Personal, Prozessen und Systemen bei der digitalen Archivtransformation

Strategien zur nachhaltigen Entlastung von Personal, Prozessen und Systemen bei der digitalen Archivtransformation

Die Transformation von papierbasierten Archiven in digitale Informationssysteme ist ein zentraler Baustein der Verwaltungsmodernisierung und Bestandteil nahezu jeder strategischen Digitalisierungsinitiative. In vielen Organisationen führt dieser Wandel jedoch zu einer organisatorischen und personellen Überlastung, da Digitalisierung zusätzlich zur täglichen Arbeitslast erfolgt – oft ohne klare Projektgrenzen, Rollen oder Ressourcen. Die Digitalisierung von Archiven ist ein zukunftsweisender Prozess, aber ohne klare Planung und Entlastungsstrategie riskieren Organisationen Überforderung, Ineffizienz und Projektverzögerungen.

Ein nachhaltiges Vorgehen erfordert Priorisierung, Rollenklarheit, technische Standardisierung und die aktive Steuerung durch Facility Management, IT und Projektleitung. Nur so wird aus einer Belastung ein digitaler Transformationsgewinn – im Sinne von besseren Zugriffsmöglichkeiten, höherer Rechtssicherheit und weniger Papierabhängigkeit.

Ursachen für Überlastung bei der Archivdigitalisierung - Fehlende Ressourcen und Zuständigkeiten

  • Archivdigitalisierung wird „nebenbei“ von Fachabteilungen oder FM erledigt

  • Keine dedizierten Projektverantwortlichen oder Projektstruktur vorhanden

  • Keine Kapazitätsfreistellung für Scanning, Datenpflege oder Migration

Ungeplante Volumenverarbeitung

  • Vielzahl unsortierter Altbestände ohne klare Struktur

  • Unterschiedliche Aktenformate und Medienzustände

  • Altlasten aus Jahrzehnten ohne systematische Bewertung

Technische Engpässe

  • Mangelhafte Scan- oder OCR-Technologie

  • Langsame Systeme, unzureichende Serverleistung

  • Medienbrüche zwischen Scan, Indexierung und Archivzugriff

Unklare Ziele und Prioritäten

  • Keine Abgrenzung zwischen „muss digitalisiert werden“ und „kann vernichtet werden“

  • Fehlende Abgrenzung von zentralem und dezentralem Archivierungsbedarf

  • Unsicherheit über rechtliche Aufbewahrungspflichten und Schnittstellen zum DMS

Wirkungen der Überlastung

  • Rückstau bei der Verarbeitung von Archivalien

  • Frustration bei Mitarbeitenden ("Dauerprojekt ohne Ende")

  • Verzögerung der Digitalisierung anderer Bereiche

  • Ineffiziente Nutzung von Dienstleistern (z. B. durch schlecht vorbereitete Akten)

  • Fehlende Nachvollziehbarkeit von Bearbeitungsständen

  • Reputationsverlust bei internen und externen Partnern

Strategien zur Überlastungsvermeidung - Projektstruktur und Rollenklärung

  • Klare Projektleitung mit Entscheidungskompetenz benennen

  • Abgrenzung zwischen Linienaufgaben und Projektarbeit

  • Bildung eines digitalen Archivteams mit festen Rollen (z. B. Aktencheck, Scanningkoordination, Qualitätssicherung)

  • Gremien für Priorisierung und Bewertung von Archivgut (Archivbeirat / FM-Steuerung)

Mengensteuerung und Priorisierung

  • Bildung von Digitalisierungslosen (z. B. nach Standort, Jahrgang, Fachbereich)

  • Bewertung nach Kriterien wie Zugriffshäufigkeit, Relevanz, rechtliche Frist

  • Trennung in: Pflichtdigitalisierung (betriebsrelevant, aufbewahrungspflichtig)

  • Prüfpflichtig (kann vernichtet werden?)

  • Bestandssicherung (Langzeitarchiv)

  • Frühzeitige Aussonderung nicht digitalisierungswürdiger Akten

Technische Optimierung

  • Einsatz von stapelverarbeitender Scantechnologie (inkl. Barcode-Logik)

  • Digitalisierung vorab strukturierter Teilmengen (z. B. Verträge, technische Dokumentation)

  • Nutzung von OCR-Engines mit lernender Indexierung

  • Systemintegration ins DMS / CAFM / ERP mit eindeutigen Objektverknüpfungen

Kommunikation und Schulung

  • Transparente Kommunikation: Was wird digitalisiert, warum und wann?

  • Rückmeldemöglichkeit aus den Fachabteilungen zu Problemen und Bedarfen

  • Schulung zum Digitalarchivzugang (Suchfunktionen, Ablagestrukturen)

  • Informationskampagnen zum Umgang mit Papieroriginalen nach Digitalisierung

Rolle des Facility Managements

  • Schnittstelle zwischen physischen Archivräumen, Auslagerung und Digitalisierung

  • Steuerung von Dienstleistern (z. B. für Transport, Scanning, Vernichtung)

  • Pflege von Archivflächenplänen, Aussonderungskalendern und Raumbedarf

  • Begleitung der Digitalisierung von gebäuderelevanter Dokumentation (z. B. Baupläne, Prüfprotokolle, Wartungsunterlagen)

  • Integration archivierter Daten in CAFM / Planserver / Dokumentationstools

  • Klare Zieldefinition: Was ist am Ende digital verfügbar und revisionssicher?

  • Frühzeitige Priorisierung nach Relevanz und Fristigkeit

  • Begrenzung der Projektlast durch Losbildung und Ressourcenplanung

  • Kombination von interner Leistung und externer Unterstützung

  • Integration der Digitalisierung in bestehende Arbeitsprozesse, nicht als isoliertes Zusatzprojekt

  • Qualitätskontrolle mit klaren Abnahmeprozessen (Scans, Metadaten, Dateiablage)